Beiträge der Fachkonferenz 2009:
»Nicht Arbeiten und trotzdem krank?«
Dr. Peter Kuhnert
Psychosoziale Stabilisierung und Gesundheitsförderung für Erwerbslose – Zentrale Voraussetzungen für Arbeitsmarktintegration und Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit
Die Kernaussage: Je länger ein Mensch arbeitslos ist, desto höher ist sein Risiko, ernsthaft zu erkranken. Die fast unvermeidbare Folge: Diese Menschen haben auf Grund ihrer Krankheit kaum eine Chance mehr auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt. "Die typischen Arbeitslosen gibt es nicht. Das Thema Arbeitslosigkeit ist hoch komplex", hat Kuhnert im Laufe der Untersuchung festgestellt. Die bisherigen Resultate sprechen eine deutliche Sprache: Menschen ohne Arbeit sind häufiger krank. Selbst eine neue Stelle ändert dies nur vorübergehend. Kuhnert: "Dann verbessert sich der Gesundheitszustand kurzfristig, doch bei befristeten Beschäftigungsverhältnissen häufen sich später Erkrankungen." Viele Arbeitslose treiben weniger Sport, außerdem geht die Fähigkeit der Entspannung verloren.
Klar erkennbar seien auch die Auswirkungen auf die Psyche. Über ein Drittel zeigte Anzeichen für Depressionen. Was Kuhnert auffiel: Die Familie ist längst nicht immer hilfreich bei der Bewältigung der Probleme. Hängt der Haussegen schief, werden sie eher verstärkt. Und: Mehr als die Hälfte aller Männer ist alleinstehend.
Fotos
Fotos von Kathrin Doepner - www.kathrindoepner.de


